Ein neues Monitoring-Instrument im Compendium
(AJW) Die aktuelle Finanzkrise mit ihren gesellschaftlichen und etatmäßigen Folgen beeinflusst nicht nur kulturelle Infrastrukturen und Initiativen, sondern kann sich auch auf politische Bemühungen auswirken, die Zugangsmöglichkeiten aller Bürger bei entsprechenden Angeboten und allgemein ihre Beteiligung an einem vielfältigen Kulturleben zu verbessern. Manche Beobachter sehen bereits die wichtige Rolle gefährdet, die Kultur- und Medienaktivitäten in der sozialen, ökonomischen und Bildungs-Entwicklung unserer Gesellschaft einnehmen. Frühere Bestandausfnahmen zeigten hier noch keine klaren Trends, allerdings war es bisher auch schwierig, in exakten - und vergleichbaren! - Zahlen darzulegen, ob und in welchem Umfang die öffentliche Kulturfinanzierung durch die Krise beeinträchtigt wurde.
Um solche (möglichen) Folgen transparenter verfolgen zu können, wurde im ERICarts-Institut ein neues Monitoring-Instrument enwickelt, das nun im Compendium als Vergleichsübersicht E.2 zur öffentlichen Kulturfinanzierung abrufbar ist. Die Übersicht wird laufend fortgeschrieben, sobald aktualisierte Daten in den Länderprofilen verfügbar sind.
Ein neuer THEMEN!-Schwerpunkt, Dezember 2012
Seit dem Start des Compendium Programms vor fast 15 Jahren wurden Fragen des Zugangs zu Kulturaktivitäten und zu ihrer Nutzung als wichtige Bestandteile unserer Informations- und Monitoring-Plattform angesehen. Entsprechende Informationen konnten bisher in verschiedenen Abschnitten der Länderprofile im Compendium sowie in vergleichenden Übersichten und Tabellen gefunden werden (u.a. zu aktiver kultureller Betätigung und zur Nutzung von Kulturangeboten, zur Nutzung des Internets und von Facebook, zu Trends in der Nutzung von Bibliotheken oder zum Kinobesuch).
Unter Berücksichtigung der Bedeutung des Rechts zu kultureller Teilhabe in den Menschenrechten und der in jüngster Zeit verstärkten Tendenz im europäischen politischen Diskurs, eine breite zivilgesellschaftliche Beteiligung als wesentlichen Faktor für die Verwirklichung eines demokratischen Gesellschaftssystems sowie for den sozialen Zusammenhalt und die Fähigkeit zum interkulturellen Dialog anzusehen, haben sich die Herausgeber des Compendium dazu entschlossen, diesen Querschnittsbereich in einem neuen THEMEN!-Abschnitt zusätzlich herauszustellen.
Dieser Abschnitt bietet nun zusätzlich u.a. wichtige Hintergrund-Dokumente und Links zur Forschung, mit denen die Regierungen der Mitgliedstaaten des Europarats und NROs bei ihren Bemühungen um Vergleiche bzw. ein Monitoring von Maßnahmen zur Förderung kultureller Teilhabe oder für einen besseren Zugang aller Bevölkerungsschichten zum Kulturangebot.
Zusätzlich empirische Erkenntnisse können künftig im Rahmen des "Cultural Participation Research Process" erhofft werden, der 2012 bei der jährlichen Compendium Tagung in Helsinki und, im Zusammenhang damit, einer Konferenz von CultureWatchEurope gestartet wurde. Eine Ministerkonferenz des Europarats, die für 2013 in Moskau geplat ist, könnte dann der nächste wichtige Schritt in Richtung auf eine stärker Evidenz-basierte Kulturpolitik in Europa werden.
Intercultural Cities: Was wird für unterschiedliche kulturelle Gemeinschaften getan?
Der Intercultural Cities Index (ICC) versucht - mit einem Schwerpunkt auf die interkulturelle Integration von Migranten und Minderheiten - den aktuellen Status und die Leistung von jetzt 51 Städte (mit mehr in naher Zukunft) zu beurteilen und zu vergleichen.
Kopenhagen und Oslo haben Ende 2012 einen neuen Index erhalten und die Städte Beja, Bilbao, Constanta, Dortmund, Jerez de Frontera, Neukölln, Pécs, Rotterdam und Tenerife wurden vor kurzem zum ICC Index hinzugefügt!
Der ICC-Index zielt darauf ab notwendige Debatten zu starten indem es Fakten und Prozesse zum Niveau der Interkulturalität einer Stadt hervorhebt.
Vergleichen Sie verschiedene Städte und Indikatoren auf ICC-Charts
Für weitere Informationen über einzelne Städte sehen sie: Stadt Profile
Willkommen! Die Tschechische Republik ist nun auch im Compendium!
Zypern sowie Bosnien und Herzegowina planen ihre ersten kulturpolitischen Länderprofile in 2012 zu liefern.
Ebenso gibt es Vorbereitungen für die ersten kulturpolitischen Länderprofile für Andorra und Weißrussland.
Die Zahl der Länderprofile wird somit auf 46 Länder wachsen.
Über dieses Informationsangebot hinausreichende Fragen sind hier im länderübergreifenden Abschnitt "Themen" zusammengefasst. Dabei werden sowohl Informationen aus den Compendium-Länderprofilen wie solche aus anderen Quellen integriert und hervorgehoben, und zwar zu folgenden Themen:
Der Abschnitt STATISTIK des Compendium-Informationssystems stellt eine erste, regelmäßig aktualisierte Sammlung vergleichbarer statistischer Daten und Grafiken dar, die sich auf folgende Bereiche konzentrieren:
NEU! Facebook-Nutzer in Europa und CUPIX 2012 (Kultureller Preisindex für Waren und Dienstleistungen)
Die vergleichenden Übersichten in diesem Abschnitt des Compendium skizzieren die Organisation der Kulturpolitik und wie bestimmte kulturelle Aspekte in verschiedenen Ländern angesprochen werden.
Im Abschnitt Forschung & Politik finden Sie eine Reihe von Links zu Fachbeiträgen im Themenbereich vergleichende Kulturpolitische Analysen und Methoden.
Monitoring-Standards, Entwicklungen und Trends in der Kulturpolitik
Die Compendium Community ist in einer Reihe von Monitoring-Aufgaben aktiv, wie z.B.:
Das Compendium gilt als zentrales Instrument für CultureWatchEurope
des Europarates.
Chris Torch...is Founder and Senior Associate at Intercult, a production and resource unit focused on culture, ideas and the arts.