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Kulturstatistik in Europa

Dieser Abschnitt des Compendium-Informationssystems stellt eine erste, regelmäßig aktualisierte Sammlung vergleichbarer statistischer Daten und Grafiken dar, die sich auf folgende Bereiche konzentrieren:

  • Bevölkerungsentwicklung;
  • Kulturelle Teilhabe;
  • Kulturelle Märkte und Handel;
  • Beschäftigung im Kulturbereich
  • Öffentliche Kulturfinanzierung.

Um unter den gegenwärtigen Bedingungen so viel Vergleichbarkeit wie möglich erreichen zu können, basieren die meisten Tabellen und Grafiken auf offiziellen Daten aus den nationalen statistischen Ämtern und internationalen / europäischen Organisationen (wobei einige Länderprofile bereits neuere Zahlen anbieten). Hinsichtlich der internationalen Daten hat dieser Abschnitt von der Zusammenarbeit des Europarats und des ERICarts Instituts mit mehreren Einrichtungen profitiert, die im Bereich der Kulturstatistik engagiert sind. Zu diesem zählen insbesondere die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle und EUROSTAT. Darüber hinaus werden die Daten für den CUPIX – ein Preisindex für kulturelle Dienstleistungen und Produkte, dessen erste Auflage im Jahre 2003 erschien – durch Feldforschung von den Compendium Experten gesammelt, die auch bei einigen anderen Tabellen (speziell bei der Kulturförderung) zusätzlich Ergänzungen beigetragen haben.

Mitglieder der Compendium-Arbeitsgruppe für Statistik und ihre Berater spielen bis heute eine aktive Rolle in der EU-LEG-Gruppe von Fachleuten, sind u.a. zuständig für die öffentliche Kulturfinanzierung, die kulturelle Teilhabe sowie die Beschäftigung im kulturellen Bereich. Die meisten Compendium Länderprofile sind inzwischen mit der Klassifizierung der öffentlichen Kulturfinanzierung durch die EU-LEG-Gruppe vergleichbar (s.u. Kapitel 6.4). Im Januar 2009 wurde mit EUROSTAT geklärt, dass diese Zusammenarbeit auf neue Bereichen ausgeweitet werden kann. Im April 2010, im Anschluss an das jährliche Autorentreffen in Zürich, wurde die Domain-Einstufung im Compendium aktualisiert; sie soll Teil eines größeren Definitionsrahmens werden (siehe unter "Ressourcen").

Die Arbeitsgruppe für Statistik und ihre Berater wird auch mögliche Auswirkungen des 2009 UNESCO Framework for Cultural Statistics (FCS) auf aktuelle und künftige Entwicklungen der Compendium Datenerfassung und Datendarstellung prüfen. Der Entwurf und der endgültige FCS-Bericht sind in diesem Abschnitt unter "Ressourcen" zu finden.

"Um Vergleiche zu erstellen, sind Kompromisse nötig"

"Making Compromises in Cross-National Arts Policy Research" lautet der Titel eines legendären Artikel, der 1987 im Journal of Cultural Economics veröffentlicht wurde. Sein Autor, der verstorbene Mark Schuster, beschwert sich zuerst über "irreführende, eindimensionale Pro-Kopf-Vergleiche" nur um wenige Zeilen später zu bekennen, dass er selbst beauftragt wurde diese Art der Übung durchzuführen. Zu seiner eigenen Überraschung registriert er bei sich "eine wachsende Neugier" über Ergebnisse und mögliche Lösungen für methodische Probleme, einschließlich der notwendigen Kompromisse. Viele dieser Herausforderungen entstanden durch unterschiedliche Definitionen oder Quellen, durch Defizite der systematischen Datensammlung, oder durch fehlende Übereinstimmung zwischen Regierung- und Branchenstatistiken, um nur ein paar der Probleme zu nennen. Hier finden Sie eine aktualisierte Version des Schuster-Artikels: Informing Cultural Policy - Data, Statistics and Meaning [Kulturpolitik informieren - Daten, Statistiken und Bedeutung].

Angesichts dieser Schwierigkeiten und der Suche nach verwertbaren Lösungen sah sich das Compendium Team seit seiner ersten Auflage (1999) dazu verpflichtet die Grundlagen für statistische Vergleiche zu verbessern. Dies geschah u.a. durch:

  • Beteiligung an methodischen Debatten (z.B. während der jährlichen Experten-Treffen (Compendium Experts Assembly) und mit Vertretern des UNESCO Instituts für Statistik, EUROSTAT-Experten und dem ehemaligen Cultural Statistics Observatory, Stockholm);
  • Realisierung von Erhebungen, meist auf Basis von Fragebögen;
  • Entwicklung von Indikatoren und Monitoring-Tools (wie z.B. dem CUPIX).

Das Compendium kann damit eine Art "Testgelände" für statistische Neuerungen im kulturellen Bereich gesehen werden. Die statistischen Tabellen und Trendanalysen im Compendium sowie die Datensammlung in diesem Abschnitt bleiben allerdings "work in progress". Sie werden ständig weiterentwickelt, gestützt auf das Feedback von Anwendern und Experten.

 

              Europarat/ERICarts, "Kompendium der Kulturpolitik und kulturellen Tendenzen in Europa, 15. Edition", 2014 | ISSN 2222-7334