COMPENDIUM CULTURAL POLICIES AND TRENDS IN EUROPE
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E. Öffentliche Kulturausgaben

Statistiker und andere Fachleute haben – im Rahmen der UNESCO, des Europarats und der OECD -, in den vergangenen drei Jahrzehnten an einem gemeinsamen Rahmen für die Sammlung und den Vergleich von Daten zur öffentlichen Kulturfinanzierung gearbeitet. In den 1990er Jahren wurden die EU Leadership Groups (LEG) von EUROSTAT eingerichtet, um diese Bemühungen fortzusetzen. In jüngster Zeit wurden bei EUROSTAT neue Expertengruppen für Kulturfinanzierung, kulturelle Beteiligung, Kulturwirtschaft, etc. (ESS-Net) gebildet, um weiter an gemeinsamen Indikatoren und Methoden der Datenerhebung zu arbeiten. Ergebnisse wurden im September 2012 in einem technischen Report publiziert. Compendium-Experten/innen für Kulturstatistik waren oder sind an solchen Aktivitäten der EU, der UNESCO oder der OECD beteiligt. Dies gewährleistet Kontinuität und bietet die Möglichkeit, neu entwickelte Definitionen und Rahmenbedingungen zu erproben oder anzuwenden.

Die hier präsentierten Tabellen und Grafiken basieren ganz überwiegend auf offiziellen Statistiken der Ist-Ausgaben, wie sie in Kapitel 6 "Kulturfinanzierung" der einzelnen Compendium-Profile dargestellt und z.T. näher erläutert werden. Aufgrund methodischer Überlegungen (Vergleichbarkeit offizieller Statistiken) sind daher tagesaktuelle Informationen über die öffentliche Kulturfinanzierung - oft auch auch über Einschnitte als Folge der weltweiten Finanzkrise – an dieser Stelle nicht zu erwarten. Allerdings finden sich entsprechende Hinweise in einer Reihe von Bestandsaufnahmen, wie z.B. von CultureWatchEurope 2009 (Europarat) und SICA (NL). Auf der CultureWatchEurope Konferenz 2010 in Brüssel lieferte Péter Inkei (The Budapest Observatory) ein umfassenderes Bild über die Auswirkungen, die die Wirtschaftskrise auf den europäischen Kulturraum und verschiedene Bereiche der Kunst und Kulturwirtschaft haben kann. Zusätzliches Material, das diese Fragen untersucht und diskutiert, wird regelmäßig auch vom Compendium Partner LabforCulture veröffentlicht. Einer der beiden Compendium Herausgeber, Andreas Wiesand, bemühte sich in einem Essay (im Juli 2011 aktualisiert), einige dieser Erkenntnisse zu integrieren und die Folgen der globalen Finanzkrise für die Entwicklung der Kulturpolitik in Europa zu bewerten. Seine aktuellsten Schlussfolgerungen, basierend auf den Ergebnissen der unten aufgeführten neuen Monitoring-Tabelle E.2, sind in einem Interview mit dem norwegischen Magazin Q (2013) nachzulesen.

Ob und weshalb die öffentliche Kulturförderung - und vor allem die von Künstlern - auch in kritischen Zeiten wichtig ist, wird inzwischen weltweit diskutiert, so etwa nach den letzten Wahlen im Vereinigte Königreich oder in den USA: vgl. Mark Ravenhill und Daniel Bye im Guardian von Juli 2010 oder aus dem gleichen Jahr "Warum sollte die Regierung die Kultur unterstützen?" der National Assembly of State Arts Agencies. Einige Aktivisten, Journalisten oder Berater fürchten einen "final cut" in den kulturbezogenen Budgets der EU, vgl. die Positionen von Philippe Kern im Oktober 2010 oder der European Festivals Association im Februar 2013. Manche verweisen auch auf einen "politischen" Hintergrund der Kürzungen in Ländern wie Ungarn, den Niederlanden oder dem Vereinigten Königreich, so z.B. Larry Rohter in der New York Times (März 2012).  

E.1 Öffentliche Kulturausgaben aller staatlichen Ebenen (in absoluten Zahlen)

Vergleichstabelle

E.2 NEU: Monitoring öffentlicher Kulturausgaben (pro Kopf in EUR sowie in % vom Gesamthaushalt und des BSP, alle staatlichen Ebenen)

Vergleichstabelle

E.3 Anteile der staatlichen Ebenen an den Kulturausgaben

Vergleichstabelle
 Graphik

E.4 Anteile der Sparten an den Kulturausgaben

Vergleichstabelle