COMPENDIUM CULTURAL POLICIES AND TRENDS IN EUROPE
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Interkultureller Dialog und Kulturpolitik

Arbeitsdefinition (basierend auf dem Projekt "Sharing Diversity", ERICarts 2008):

Interkultureller Dialog ist ein ergebnisoffener, von gegenseitigem Respekt getragener Prozess des interaktiven Austausches zwischen Individuen, Gruppen und Organisationen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln oder Weltanschauungen. Zu seinen Zielen gehört es, ein tieferes Verständnis unterschiedlicher Perspektiven und Verhaltensweisen zu entwickeln, die Beteiligung am gesellschaftlichen Leben zu intensivieren, Möglichkeiten und Fähigkeiten zur eigenen Urteilsbildung zu verbessern, Chancengleichheit zu fördern und schöpferische Prozesse anzuregen.

Aus der Sicht des kulturellen Sektors umfasst der interkulturelle Dialog innerhalb eines Landes die öffentlichen und privaten kulturellen / künstlerischen Initiativen, dessen Aufgabe darin besteht Personen oder Gruppen von Minderheiten oder Migrantengruppen mit der Mehrheit der Bevölkerung zusammen zu bringen um einen Multi-direktionalen Kommunikationsprozess zu ermöglichen.

Ein solcher Dialog findet im Idealfall in "gemeinsam erlebten Räumen", den sog. "shared spaces" statt, in denen versucht wird, ungleiche Machtverhältnisse zwischen den Beteiligten aus Mehrheits- und Minderheitenkulturen zu thematisieren. Das Ziel eines interkulturellen Austauschs ist, dass er transformativ auf alle Beteiligten wirkt, d.h. in der Folge z.B. zur Schaffung neuer oder hybrider kultureller Ausdrucksformen, neuen Bild-Konstruktionen, veränderten Verhaltensweisen, etc. führen kann.

Das Compendium thematisiert den interkulturellen Dialog!

Im Herbst 2011 ging mit WorldCP der Prototyp eines neuen globalen Informationssystems online, basierend auf der Compendium-Methodik und organisatorisch betreut von IFACCA. Die neue Plattform verbessert die Möglichkeiten eines "Süd-Nord" -Dialogs über kulturpolitische Fragen. Der Europarat und das ERICarts-Institut sowie weitere regionale Akteure (z. B. ASEF) wirken seitdem bei der Weiterentwicklung mit. Die letzte Sitzung der WorldCP International Working Group fand im Oktober 2016 in Malta statt.

2010/11 wurde der "Intercultural Cities Index" in das Informationssystem aufgenommen – basierend auf einem gemeinsamen Programm des Europarates und der Europäischen Kommission.

2009 wurde die "Open Compendium" Initiative vertieft. Dank der Unterstützung der European Cultural Foundation und einiger Compendium-Experten wurden 8 Länderprofile nach dem Compendium Modell im arabischen Raum vorbereitet und mit IFACCA ein Partner für die internationale Ausweitung des Compendium-Konzepts gewonnen.

Am 4-5 Dezember 2008 wurde bei der 8. Jahrestagung der Compendium-Autoren in Baku/Aserbaidschan das Thema des interkulturellen Dialogs u.a. mit Gästen der ISESCO diskutiert. Vor diesem Treffen fand die erste Ministerkonferenz zum Thema Interkultureller Dialog statt und führte zur Baku-Erklärung für die Förderung des interkulturellen Dialogs. Vgl. auch das Weißbuch zum Interkulturellen Dialog des Europarats aus dem gleichen Jahr.

Im Jahr 2007 spielten die Informationen und Fallstudien des Compendium eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung der vergleichenden Studie: Sharing Diversity: Nationale Konzepte zum interkulturellen Dialog in Europa, die vom ERICarts-Institut für die Europäische Kommission vorbereitet wurde. Viele Compendium-Fachleute nahmen an dem Projekt als nationale Korrespondenten teil. Robert Palmer vom Europarat übernahm als Experte eine beratende Funktion bei der Studie.

2006 wurde das Thema interkultureller Dialog in die Compendium Struktur integriert. Neuen Unterkapitel bieten Informationen über nationale politische Programme und Strategien die zeigen wie der interkulturelle Dialog zwischen verschiedenen Kulturen sowohl innerhalb eines Landes (Kapitel 4.2.7) als auch über die Grenzen hinweg (Kapitel 3.4.5) gefördert wird, sowie Informationen über Strategien zur interkulturellen Bildung (Kapitel 8.3.3). Neue Fälle von guter Praxis wurden gesammelt und in einer Online-Datenbank zur Verfügung gestellt.

2005 erprobten die Compendium-Fachleute einige der Indikatoren, die im Jahr zuvor von der Arbeitsgruppe vorgeschlagen wurden. Die vorläufigen Ergebnisse dieser Indikatoren wurden in experimentellen Übersichten mit den Ergebnissen einer Erhebung über Good-Practice-Fälle zusammengestellt, gemeinsam mit den Ergebnissen einer Projektgruppe zu interkulturellem Dialog und Konfliktprävention des Europarats.

2004 bereitete die Compendium-Arbeitsgruppe für kulturelle Vielfalt, interkulturellen Dialog und sozialen Zusammenhalt ein Übersichtspapier vor, das jene Abschnitte der Compendium-Struktur hervorhob, die durch zusätzliche Indikatoren ergänzt werden konnten, zu denen dann gegebenenfalls Informationen über bestehenden politische Programme und gute Praxis zu sammeln waren.

2003 forderte die europäischen Kulturministerkonferenz – im Rahmen ihrer Opatjia Erklärung zu interkulturellem Dialog und Konfliktprävention – die Compendium-Community auf, Informationen über den interkulturellen Dialog und gute Regierungsführung in der Kulturpolitik zu sammeln und zu verbreiten.

2002 begann die Entwicklung von Indikatoren und eine erste Sammlung von Informationen zum interkulturellen Dialog. Diese Arbeit wurde zum Teil durch einen Zuschuss der Europäischen Kulturstiftung unterstützt.