COMPENDIUM CULTURAL POLICIES AND TRENDS IN EUROPE
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Forschungsprozess zur kulturellen Teilhabe und dem Zugang zur Kultur

Bei den Bemühungen , eine bessere Überwachung der Rolle der kulturellen Teilhabe im Gesamtprozess der demokratischen Regierungsführung zu ermöglichen, hat die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) vorgeschlagen, im Januar 2012, die Entwicklung geeigneter Indikatoren einzurichten. Im April 2013 befasste sich auch eine Ministerkonferenz des Europarates in Moskau mit Probleme der kulturellen Partizipation (vgl. Abschlusserklärung).

Seit ein paar Jahren sind die durch dieses Thema aufgestellten Herausforderungen von der Compendium Community of Practice aufgenommen worden, unter anderem durch verbesserte Kategorien in den Länderprofilen und einer Reihe von neuen vergleichenden Tabellen; sie sind auch ein Hauptthema der kürzlich gebildeten Compendium - Expertengruppe über "Cultural Access & Participation", und mehrere ihrer Mitglieder (Vladimir Bina, Mikko Lagerspetz, Viktoria Ateca -Amestoy /Anna Villarroya Planas, Andrew Ormston und Kalliopi Chainoglou) präsentierten die ersten Bewertungen auf der Helsinki Compendium Assembly am 29. Juni 2012. Seit 2013 werden Ergebnisse der Arbeit der Gruppe in diesem Teil der Themen! Sektion wiedergegeben; das ERICarts-Institut lieferte für den Start dieser Bemühungen eine erste Übersicht zu entsprechenden Umfragen, die in den Länderprofilen des Compendium besonders erwähnt werden.

Die CultureWatchEurope (CWE) Veranstaltung am 30. Juni 2012 in Helsinki - Kultureller Zugang und Teilhabe - von Indikatoren zur Politik für die Demokratie – nahm die Form einer Expertenkommission an, wo politische Entscheidungsträger und Forscher das Problem des Zugangs zur Kultur und der (Nicht-) Teilhabe in der Kultur diskutierten. Ein zusammenfassender Bericht über die CWE Veranstaltung wurde von Tommi Laitio verfasst.

In diesem Zusammenhang war das Problem der Herstellung von geeigneten Indikatoren von zentralem Interesse und wurde in einem von Vladimir Bina vorbereiteten Arbeitspapier hervorgehoben: "Indikatoren zur kulturellen Teilhabe und Zugang zur Kultur". Methodische Fragen sowie potenzielle Beiträge des Compendium, anderer Plattformen oder Forschungseinrichtungen und einzelner Experten zu diesem Ziel wurden auch von anderen Rednern, angesprochen, unter anderem Elena di Federico, Péter Inkei, Susanne Keuchel, Colin Mercer und Compendium Redakteur Andreas Wiesand.

In Helsinki und bei späteren Gelegenheiten wurde Wiesand's Vorschlag "Let's start a 'Helsinki Participation Research Process'!" als eine Art Fahrplan für die nächsten Forschungsaktivitäten aufgegriffen, insbesondere im Hinblick auf vergleichende Untersuchungen und künftige Bemühungen einen eventuellen Index zur kulturellen Partizipation in Europa. Dessen Entwicklung und Interpretation sollte mit Informationen über nationale oder regionale Traditionen und Leistungen, Demographie-Tendenzen oder Folgen digitaler Technologien und anderem Hintergrundmaterial ergänzt werden. Um erste wirkliche Vergleichsindikatoren zu erreichen, schlug Wiesand einen Forschungsprozess mit 10 ersten Schritten vor (Dauer ca. 3-4 Jahre.):

  1. Identifikation bestehender (nationaler) kultureller Umfragen / Statistiken und der für sie verantwortlichen Einrichtungen (ob organisiert durch den Staat, durch Arts Councils oder durch unabhängige Institute);
  2. Beurteilung der Inhalte (Fragebögen und Ergebnisse) dieser Umfragen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu finden, was möglichst zu einem verbesserten Modell eines künftigen Index führen soll (mit Ergebnissen aus bestehenden kompatiblen Umfragen in 3-5 Ländern);
  3. Identifikation potenzieller Partner (Ministerien, Kultur-Agenturen, u.a.) in Ländern ohne nationale Umfragen sowie Institutionen, die ergänzende Statistiken bereitstellen (EAO, Eurostat, etc.);
  4. Einladung der in 1. und 3. ermittelten potenziellen Partner zu einer ersten Konferenz, bei der die Ergebnisse von 2. vorgestellt werden und ein Fahrplan für die künftige Zusammenarbeit beschlossen wird (gestützt von einer Expertengruppe);
  5. Entwicklung eines flexiblen Umfrageinstruments mit "Mindestanforderungen" (eine Reihe von ähnlichen grundlegenden Fragen, die in so vielen Ländern wie möglich in gleicher Weise gestellt werden - sei es im Rahmen größerer Umfragen, von denen die meisten bereits im "Compendium" genannt werden, oder in der finanziell günstigeren Variante als Einschaltfragen in allgemeine Bevölkerungsumfragen in solchen Ländern, in denen diese Art der Forschung bislang noch fehlt);
  6. Start einer Testphase mit Umfragen nach diesem Konzept in einer Reihe von Ländern (8-10);
  7. Auswertung der Ergebnisse der Testphase und Vermittlung der Ergebnisse in attraktiver, leicht zugänglicher Form (um die Beteiligung weiterer Länder zu fördern), dabei zugleich notwendige methodische Verbesserungen und Ergänzungen, insbesondere im Hinblick auf vertiefte Informationen zu "aktiver" kultureller Teilhabe oder auf Intressen von Menschen mit Migrationshintergrund;
  8. Einladung zu einer zweiten Konferenz, bei der das Instrumentarium erweitert wird und an der zusätzliche Anbieter von komplementären Informationen teilnehmen, was zu einem "European Cultural Participation Consortium" (ECPC) führen könnte;
  9. Realisierung und Auswertung eines zweiten Laufs von Umfragen mit dem verbesserten Werkzeug in mehr Ländern, was zu (einem) ersten zusammengesetzten ECPC Index(en) führt;
  10. Regelmäßige Ausführung von ECPC-kompatiblen Umfragen und halbjährliche Veröffentlichung des/der Index(e).

Da der Europarat oder CWE nicht in der Lage sein werden, die Mittel für alle aufwändigen Aktionen während dieses Prozesses bereitzustellen, wäre eine Partnerschaft mit der EU und mit anderen interessierten Partnern sinnvoll.