COMPENDIUM CULTURAL POLICIES AND TRENDS IN EUROPE
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Der Europarat

Der Europarat mit Sitz in Straßburg (Frankreich) hat heute 47 Mitgliedsstaaten und umfasst damit fast alle Staaten Europas. Er wurde am 5. Mai 1949 von 10 Staaten gegründet. Seine Ziele sind eine engere Verbindung zwischen den Völkern Europas, der Schutz von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen für alle Europäer. Grundlage hierfür sind die Europäische Konvention für Menschenrechte sowie andere Referenztexte. 6 Länder (der Heilige Stuhl, Israel, Japan, Kanada, Mexiko und die Vereinigten Staaten von Amerika) haben einen Beobachterstatus.

Mit dem Inkrafttreten des Europäischen Kulturabkommens im Jahr 1955 wurde ein zentrales Instrument geschaffen, mit dem die europäischen Staaten, ob Mitglieder des Europarates oder nicht, ihr Engagement für kulturelle Zusammenarbeit ausdrückten. Das Europäische Kulturabkommen bietet zudem einen rechtlichen Rahmen für das Handeln des Europarats in Bereichen wie Bildung, Kultur und Kulturerbe. 2005 feierten der Europarat und seine Mitgliedsstaaten den 50. Jahrestag des Europäischen Kulturabkommens mit zwei Ministerkonferenzen in Faro und Wroclaw und durch eine Reihe von Workshops mit kulturpolitischen Fachleuten und Intellektuellen in Strasbourg. Im gleichen Jahr wurde ein Europaratsgipfel mit Staats- und Regierungschefs in Warschau abgehalten.

Der Rat für kulturelle Zusammenarbeit (CDCC) wurde 1961 gegründet als Ausschuss von Regierungsvertretern verantwortlich für die Festlegung der Agenda für Aktionen in den Bereichen Bildung, Kultur, Medien, Sport und Jugend. Im Jahr 2001 beschloss das Ministerkomitee des Europarats den Rat für kulturelle Zusammenarbeit (CDCC) und seine spezialisierten Ausschüsse in vier Lenkungsausschüsse umzuwandeln; einer davon war der Lenkungsausschuss für Kultur (CDCULT) mit seinem Mandat zur Entwicklung der Programme für kulturelle Zusammenarbeit. Die 2006 Richtlinien des CDCULT weisen darauf hin, dass der Ausschuss "verantwortlich sein soll für Aktivitäten im Bereich Kulturpolitik und kulturpolitischen Handeln sowie dem Nachgehen seiner Umsetzung, Überwachung und Evaluierung" und, dass seine Arbeit sich auf "die kulturpolitische Entwicklung konzentrieren und dessen Umsetzung, Grundeinstellung und Fortschreibung helfen soll", einschließlich der:

  • Entwicklung der Kulturpolitik;
  • Unterstützung bei der Umsetzung der Kulturpolitik;
  • Entwicklung europäischer Normen, Prinzipien und bewährter Verfahren sowie
  • Dem "Monitoring" von Standards setzenden Instrumenten im Bereich der Kultur.

2012 wurden diese Gremien wieder im Lenkungsausschuss für Kultur, Kulturelles Erbe und Landschaft zusammengefasst.

Die Aktivitäten des Europarats in Kulturbereich wurden auf vier Prinzipien aufgebaut, darunter: Förderung der Identität, Kreativität zu fördern, die Achtung der kulturellen Vielfalt und Teilhabe am kulturellen Leben. Durch seine Inter-Regierungs-Ausschüssen und der Direktion für Kultur, Kultur-und Naturerbe ist der Europarat seit langem im Bereich der Kulturpolitik engagiert. Zu ihren Pionierarbeiten gehören:

  • Die politischen Debatten herausfordern: 1972 Arc und Senans Erklärung über die Zukunft der kulturellen Entwicklung (aktualisiert im Jahr 1997);
  • Bericht der Europäischen Task Force für Kultur und Entwicklung: In from the Margins: A contribution to the debate on culture and development in Europe, 1997.
  • Die Betrachtung der Nationalen Kulturpolitik und Modelle: Europäisches Programm zu Bewertung Nationaler Kulturpolitik (National Cultural Policy Reviews), welche bisher 28 Bewertungen durchgeführt hat und mit der Türkei die 29 am Laufen hat (2008-2011).
  • Das Compendium of Cultural Policies and Trends in Europe, ein einzigartiges kulturpolitisches Informations-und Monitoring System mit thematischen und technischen Merkmale die eine vergleichende und transversale Politikanalyse-und Berichterstattung erlauben.
  • Transversale Studien erörtern tiefer die spezifischen politischen Entwicklungen und Fragen (z. B. Nationale Institutionen im Wandel, Nationale Buchpolitik, Kulturpolitik und kulturelle Vielfalt, Europäische Filmpolitik).
  • Technische Unterstützung für den Aufbau nationaler kulturpolitischer Maßnahmen wie durch die MOSAIC und STAGE Programme, gefolgt von der KYIV- Initiative – der Europarat unterstützt die Länder im Übergang zum Aufbau kultureller Kapazitäten und Politik auf eine einbindenden Art und im Sinne der gemeinsamen Grundsätze des Europarats.
  • Aufbau einer Basis für kulturelle Zusammenarbeit des dritten Sektors: Unterstützung für Initiativen wie CIRCLE – errichtet 1980 als das erste "Netzwerk" für kulturpolitischen Informationsaustausch – oder ENCATC – gegründet als Netzwerk für Ausbilder im Kulturmanagement, und Beteiligung mehrere kultureller Einrichtungen, Verbände und NGOs als Beobachter beim Lenkungsausschuss für Kultur.

Obwohl der Europarat weder mit den Mitteln noch dem Mandat zur direkten Förderung von Künstlern ausgestattet ist, unterstützt es kreative Künstler durch Programme wie "Apollonia" (Förderung des Künstleraustausch mit mittel-und osteuropäischen Ländern) oder "Pont de l’Europe" (Das Beschriften des Pont de l'Europe welcher Straßburg mit Kehl verbindet durch Aufsätze von 40 Europäischen Autoren). Seit 1954 hat der Europarat über 29 transnationale Ausstellungen wie "Kunst und Macht: Europa unter Diktatoren 1930-1945" organisiert. Das Programm wurde 2008 zu der neuen Cultural Events and Arts Exhibitions erweitert und ein neues System zur Vergabe eines "Cultural Labels" wurde geschaffen um innovative künstlerische Projekte hervorzuheben welche starke Botschaften der Tätigkeit des Europarats  und kritische europäische Fragen aufarbeiten.

Andere Meilenstein Projekte des Europarats im Bereich der Kultur sind Cultural Routes und die EURIMAGE Aktivitäten welche kinematographische Gemeinschaftsproduktionen unterstützt. Vorherige Meilensteine sind z.B. Culture and Neighbourhoods; Arts, Creativity and the Young; the Electronic Publishing, Books and Archives Project; Information Society and Cultural Policy; European Approaches to Cultural Diversity; Intercultural Dialogue and Conflict Prevention; Creating Cultural Capital.

Im Mai 2005 verabschiedete das 3. Gipfeltreffen der Staats-und Regierungschefs des Europarats (Warschau, Polen) eine politische Erklärung und ein Aktionsprogramm welches den interkulturellen Dialogs und der demokratischen Verwaltung von Vielfalt als eine zentrale Priorität für den Europarat im Allgemeinen, und für den kulturellen Sektor im Besonderen verkünden. In diesem Zusammenhang hat die DG IV, zuständig für Bildung, Kultur und Kulturerbe, Jugend und Sport eine Aufgabe innerhalb des Europarats koordiniert welches im Mai 2008 zur Veröffentlichung des Weißbuchs zum interkulturellen Dialog führte. Es argumentiert, dass unsere gemeinsame Zukunft davon abhängt ob wir unsere Fähigkeit zum Erhalt und der Entwicklung der Menschenrechte, der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und des gegenseitigen Verständnisses fördern. Es bietet einen interkulturellen Ansatz als zukunftsweisendes Modell für die Verwaltung kultureller Vielfalt.

Im Jahr 2006 starteten der Europarat - gemeinsam mit der Europäischen Kommission und dem Europäischen Jugendforum - doe "All Different-All Equal-Kampagne für Vielfalt, Menschenrechte und Partizipation", gefolgt von der jüngsten "Speak Out Against Discrimination"-Kampagne. Es lancierte ebenfalls das Projekt "European Heritage Days" und ist seit 2008 engagiert im Intercultural Cities Projekt wobei beide Projekte als Joint Venture mit der Europäischen Kommission laufen.

Für weitere Informationen siehe http://www.coe.int/t/democracy/culture-heritage_en.asp